Sie sind nicht angemeldet.

Lieber Besucher, herzlich willkommen bei: Das Aqu@board. Falls dies Ihr erster Besuch auf dieser Seite ist, lesen Sie sich bitte die Hilfe durch. Dort wird Ihnen die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus sollten Sie sich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutzen Sie das Registrierungsformular, um sich zu registrieren oder informieren Sie sich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls Sie sich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert haben, können Sie sich hier anmelden.

Jesse

Trockenfütterer

  • »Jesse« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 89

Danksagungen: 1 / 0

  • Nachricht senden

1

Dienstag, 18. Mai 2010, 10:47

Roter Neon - Seuchenrätsel

Hallo Leute,

wer hilft mir bei der Diagnosestellung einer Zierfischerkrankung? Ich habe so etwas in über 20 Jahren Aquarienerfahrung noch nicht gesehen und bin daher ziemlich ratlos:

Bei den betroffenen Tieren handelt es sich ausschließlich um rote Neon-Salmler. Vergesellschaftete Tiere, darunter Zwergbuntbarsche, Saugmaul- und Panzerwelse sowie weitere Salmlerarten (Sternflecksalmler, Blutsalmler) sind nicht betroffen.

Symptome:
Die Symptome der Krankheit sind anfangs recht unspezifisch, es kommt bei einigen Tieren zu einer moderaten Ascites und moderat hervorquellenden Augen (seröse Entzündung?), bei anderen Tieren nicht. Als typisches Symptom tritt im weiteren Verlauf immer eine Blasenbildung auf der Haut auf, die bei verschiedenen Tieren sehr unterschiedlich ausgeprägt sein kann. Teils sind nur 2 - 3 Blasen im Kopfbereich oder an der Flossenbasis vorhanden, bei anderen Tieren ist der gesamte Körper mit Blasen bedeckt: http://home.arcor.de/everfall/Neon_1.jpg
Tage später manifestieren sich vereinzelte Zysten/Knötchen. Diese befinden sich in Einzelfällen im Körper/ in der Haut, meist steckt jedoch je ein Knötchen zentral in einer der Blasen. Je Tier sind höchstens 2 - 5 dieser Knötchen vorhanden. Sie sind alle von einheitlicher Größe (mit 1-1,5 mm relativ groß), weiß und eiförmig bis bohnenförmig. Hier mal ein Beispiel eines Tieres mit einer Blase an der Flanke und einem Knötchen darin: http://home.arcor.de/everfall/Neon_2.jpg
Die Flossen sind prinzipiell nicht befallen, es kommt primär nicht zu einem Farbverblassen etc. (das stark befallene Tier im ersten Bild hat eine bakterielle Sekundärinfektion, was allgemein eher atypisch ist).

Verlauf:
Der Verlauf der Krankheit ist schleichend (sehr langsame Symptomentwicklung über Wochen oder Monate). Es sind nicht alle Tiere betroffen und die betroffenen Tiere nicht gleich stark. In einer Gruppe von ca. 15 Tieren sind ein - zwei Tiere sehr stark befallen (mit Aszites, starke Blasenbildung), 3 weitere Tiere mäßig-schwach (nur vereinzelte Blasen mit oder ohne 'Zyste'). Die Tiere scheinen in ihrem Wohlbefinden wenig oder nicht beeinträchtigt und zeigen keinerlei Verhaltensauffälligkeiten. Sie schwimmen und fressen normal und zeigen ein normales Sozialverhalten. Es gab bisher keine Ausfälle.

Hälterung:
Das Becken ist groß (~400 Liter) und hat eine geringe Besatzdichte. Wasserwerte sind ziemlich okay: pH 7, KH 6, kein Nitrit/Nitrat Innerhalb der letzten 3 Monate wurde einmal mit lebenden Daphnien/Cyclops aus dem Zoofachhandel gefüttert, sonst nur Flocken- und Frostfutter.

Wer hat einen Tip, was das sein könnte und kann Hinweise zur Diagnosesicherung geben? Ich hätte prinzipiell auch die Möglichkeit, zu sezieren und eine mikroskopische Diagnosesicherung durchzuführen.

Liebe Grüße,
Jesse

Teammeeki

Administrator

Beiträge: 635

Wohnort: Dresden

Beruf: Elektroniker/Netzwerktechniker

Danksagungen: 20 / 0

  • Nachricht senden

2

Dienstag, 18. Mai 2010, 13:12

Hallo Jesse,
vielleicht hilft Dir der Link weiter. Die Bilder von Torsten Wagner ähneln sehr den von Dir geposteten.
klick
meeki mfg Jörg!
Computer sind dazu da, um Probleme zu lösen, die man ohne sie nicht hätte!

Jesse

Trockenfütterer

  • »Jesse« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 89

Danksagungen: 1 / 0

  • Nachricht senden

3

Mittwoch, 19. Mai 2010, 13:48

Danke für den Link Jörg,

genau das ist es!!!

Die Aufnahmen passen wirklich exakt und man findet auch noch mehr Material aus dem Jahr 2005 von Torsten Wagner im Internet (bzw. einen langen Thread im usenet, hier aufbereitet: http://newsgroups.derkeiler.com/Archive/De/de.rec.tiere.aquaristik/2005-08/msg00119.html). Einen weiteren Krankheitsfall habe ich hier ergoogelt (aus 2003): http://www.zierfischforum.info/archiv-2003/24858-neon-mit-blase-mit-fotos.html
Leider findet man keine echte Diagnose, sondern nur Spekulationen hinsichtlich des Erregers/ der Krankheitsursache und die meisten davon (Bakterämie, Gasblasenkrankheit) sind schlicht Unfug. Ich habe jetzt erst einmal Urlaub. Danach trete ich vielleicht mal ans Veterinäramt heran, falls ich noch erkrankte Tiere habe (zwei sind gestern nun doch gestorben). Wenn die das kostenfrei untersuchen sollten, bringe ich da mal ein paar Tiere vorbei.

Ich denke auch, dass es sich um Sporozoen handelt, wegen der in den Blasen entstehenden weißen Zysten schließe ich einen Virus eher aus und Cercarien entstehen nicht aus dem Nichts. Aber an Myxobolus glaube ich nicht, die machen die Drehkrankheit bei heimischen Forellen. Na schauen wir mal!

Grüße, Jesse

Beiträge: 25

Wohnort: 04821 Brandis

Beruf: Tischler

  • Nachricht senden

4

Donnerstag, 27. Mai 2010, 13:48

Hi,
hast du auch schon mal die Möglichkeit einer Gasblasenkrankheit in Erwägung gezogen.
http://de.wikipedia.org/wiki/Gasblasenkrankheit

Ich weis, kommt etwas spät.
Symphysodon Grüße
Rudi
_______________________________________________________________

Manchmal denkt man nur man denkt...

5

Mittwoch, 26. September 2012, 19:16

Jessi, warst du beim Veterinär deswegen, wenn ja, was ist rausgekommen?

Ich beobachte seit einem halben Jahr das gleiche Problem bei meinen Axelrodi und Schmetterlingsbuntbarschen. So nach und nach dezimiert sich der Bestand. Bei einer Sektion und mikroskopischen Untersuchung fand ich eine mit dunklen Bläschen (Tuberkel?) durchsetzte Leber und weiße Zysten an einem Muskelstrang. In den Leberbläschen war nurmehr ein Punkt zu erkennen.
Ich beschrieb dies + die äußeren Symptome (schnelle Atmung und ggf. Bläschenbildung) einem Biologen und einer Veterinärin, beide tippten spontan auf Fischtuberkulose...

Hier wäre eine genaue Abklärung wichtig, zum einen, damit man sich keine Zoonose einfängt und zum anderen, um entsprechende hygienische Handlungen durchzuführen, um andere Becken nicht zu gefährden.

Momentan habe ich keinen Todeskanditaten für eine Mikrobiologische Untersuchung, aber vielleicht kann ich mir die sparen, wenn Du sie hast durchführen lassen?!

Jesse

Trockenfütterer

  • »Jesse« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 89

Danksagungen: 1 / 0

  • Nachricht senden

6

Dienstag, 6. November 2012, 15:14

Moin Inchen,

ich habe damals noch einige Hinweise in anderen Foren erhalten, die meine Sporozoen-Theorie gestützt haben. Die Symptome sind ja recht eindeutig - serös aufgetriebene Schuppentaschen mit einer klaren Flüssigkeit, in der sich getreidekorn-förmige, weiße Sporenpakete bilden. Eine genaue Erregerbestimmung habe ich damals aus Zeitmangel nicht durchführen lassen, dazu hätte ich die toten Fische konservieren und einschicken müssen. Selbst ein gut ausgebildeter Tierarzt hilft da nicht weiter. Um eine Fischtuberkulose (=Mycobakterien) handelte es sich bei meinen Neons jedenfalls nicht, die sieht völlig anders aus.

Zum Glück war die Erkrankung meiner Neons offenbar sehr wirtsspezifisch und hat bei mir nie auf andere Fischarten übergegriffen, auch bei anderen Betroffenen nicht. Die Krankheit wird offenbar mit den wildgefangenen roten Neons aus ihrem Heimathabitat eingeschleppt und stirbt mit den Tieren. Bei mir ist sie noch nicht einmal auf andere Salmlerarten übergegangen. Ich denke daher auch nicht, dass sich Schmetterlingsbuntbarsche damit infizieren können. Leider ist meist der komplette Neon-Bestand latent davon betroffen und die Krankheit ist offenbar auch nicht therapierbar, so dass über einen Zeitraum von Jahren nach und nach immer wieder Tiere symptomatisch werden und sterben. Deshalb hilft letztlich nur die komplette Bestandsvernichtung, oder man lebt eben damit.

Also wie gesagt: Meine Neons hatten keine Fischtuberkulose, bei deinen Ramirezis würde ich das nicht ausschließen, die sind recht anfällig für Bakteriosen. Wenn du mal wieder eine Leber biopsierst, kannst du ein Quetschpräparat mit ein paar Tropfen Wasser machen und mit Ziel-Neelsen färben, unterm Mikroskop sind Mykobakterien dann ab 200facher Vergrößerung recht gut als purpurrote, längliche, leicht gebogene Stäbchen zu erkennen. Allerdings sind die, glaube ich, wirklich ubiquitär und Fische erkranken nur in Einzelfällen und bei schlechter Abwehrlage an Fischtuberkulose (im hohen Alter oder bei chronischer, überfütterungsbedingter Organschädigung). Deshalb lohnt sich wohl auch eine Antibiose nur in den seltensten Fällen.

Gruß, Jesse

Counter:

Hits heute: 103 | Hits gestern: 1 044 | Hits Tagesrekord: 23 669 | Hits gesamt: 533 191